Box des Monats – Vladislav Yordanov

In unserer neuen Rubrik „Box des Monats“ möchten wir Ihnen in lockerer Folge unsere AusstellerInnen näher vorstellen. Den Anfang macht der bulgarische Schmuckdesigner Vladislav Yordanov, der in Schwäbisch Gmünd seine Ausbildung gemacht hat und jetzt in Sofia ein kleines Schmuckatelier führt.

Kleinod: Herr Yordanov, Sie leben in Sofia und haben Ihre Ausbildung am Dreijährigen Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät in Schwäbisch Gmünd vor nunmehr fast 10 Jahren mit höchstem Lob abgeschlossen. Ihr Abschlussstück genügt sehr hohen handwerklichen Ansprüchen. Wie kommt ein Bulgare nach Schwäbisch Gmünd, was war passiert?

Vladislav Yordanov: Also, das war eigentlich keine besonders aufregende Entscheidung. Gmünd ist ja nicht nur durch die Schulen bekannt, sondern auch durch das Forschungsinstitut für Edelmetalle, und weil ich damals in einer Scheideanstalt in Sofia gearbeitet habe, konnte ich mir ein Bild machen von dem, was mich hier erwartet.

Kleinod: Sind Ihre Erwartungen denn erfüllt worden?

Yordanov: Ja, ich hatte hervorragende Lehrer und einen Wissensdrang, der vielleicht manchmal genervt hat, aber auch gut war, weil das, was der Handwerker braucht, nämlich Materialkenntnisse, hier auch zu holen war. Wissen Sie, ich setze mir stets ein Thema. Ich will wissen, ob meine Ideen umsetzbar sind, ob es funktioniert. Aber zufrieden bin ich erst, wenn es die Kunden dann auch mögen und verstehen.

Kleinod: Sie leben und arbeiten ja bereits lange wieder in Sofia. Mögen die Leute denn dort das schwäbische Design?

Yordanov: Mh, Bulgarien ist nicht so weit weg, und wenn früher die Mitteleuropäer den Schmuck der Hethiter nachempfunden haben, dann schaue ich heute, ob es mir gelingt, moderne westliche und bulgarisch-traditionelle Elemente so zu verbinden, dass alles stimmt.

Kleinod: Wie sieht so etwas denn aus, so eine Verbindung von Tradition und Fortschritt?

Yordanov: Letztlich ist es die Klarheit, die Harmonie und die Materialität, auf die es ankommt. Aber da sagt ein Bild natürlich mehr als tausend Worte, oder, noch besser, man schaut sich die Stücke an, prüft ihre Trageeigenschaft und setzt das Ganze auch noch in Relation zum Preis.

Kleinod: Eine letzte Frage habe ich noch: Haben Sie Familie? Ich frage deshalb nach Ihrer Familie, weil Harmonie ein ganzheitliches Geschehen ist.

Yordanov: Klar, jede Menge (lacht). Wir sind vier, meine Frau, die in Deutschland Germanistik studiert hat, und meine zwei Buben, die kaum Zeit für mich haben, weil sie mit Musik und Freunden, Malen und Hausaufgaben ausgelastet sind.

Kleinod: Herr Yordanov, wir danken Ihnen für dieses nette Gespräch.

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Thema von Anders Norén