Box des Monats – Silvia Benics

In unserer Rubrik „Box des Monats“ stellen wir Ihnen in lockerer Folge unsere AusstellerInnen näher vor.

Kleinod: Frau Benics, Sie stehen nicht nur als Initiatorin des Kleinods, diesem Fundort für Schönes mit der Zielsetzung „Hand (gemacht), Werk und Kunst“, sie bieten auch eigene Arbeiten an. Als ich Ihnen zum ersten Mal begegnet bin, das war auf der Landesgartenschau 2014, da waren sie in der Kinderbetreuung aktiv, inzwischen weiß ich, dass Sie eine Familie haben, einen Laden führen und in Ton arbeiten. Was ist denn nun eigentlich Ihr Beruf?

Silvia Benics: Na ja, 4 Berufe und 1 Hobby, das sich inzwischen über die Freizeitgestaltung hinaus entwickelt hat und mir mehr bedeutet, als nur ´mal etwas Schönes zu machen. Vielleicht sage ich es so: die Arbeit mit dem Ton ist zu einem Wert an sich geworden, so wie die Gmünder Innenstadt, die ist auch „ein Wert an sich“ (lacht). Ja, sieht man doch hier, im Radgässle, im Kleinod, das ist auch ein Ziel an sich. (freut sich)
Nein, ja, also das ist so: Arbeit mit Ton ist für mich wie wenn ein Maler nach der richtigen Farbe sucht, oder der Zeichner nach der richtigen Linie; ich bin übrigens vom Malen über das Zeichnen zum Ton gekommen. Außerdem ist es einfach schön, den Ton in den Händen zu haben, ihn zu spüren, ihn zu formen.

Kleinod: D.h., Sie sind in der Körperwelt angekommen. Wenn ich mir Ihre Arbeiten anschaue, dann fallen mir zwei Werkgruppen auf: märchenhafte, phantastische „Zaunreiter“, die hier wirklich auf einem Zaun aufgesteckt sind, und Frauenfiguren mit überlangem, schlanken Körper. Wie kommen Sie gerade auf diese Figuration?

Benics: Also die Zaunreiter, das sind Insektenhotels. Auf die bin ich gekommen, weil ich selbst meinen Naturgarten über alles liebe. Bei den Frauenfiguren sind die langen, dünnen Damen nur ein Teil meiner Auseinandersetzung mit den Formen der Weiblichkeit. Vielleicht bringe ich auch einmal die mit, die gar nicht lang und gar nicht dünn sind. Mich interessiert halt, wie lange eine Form mit ihrem Inhalt übereinstimmt, kohärent ist.

Kleinod: Nun sind gerade die Frauenfiguren – oder sollte ich Elfen sagen? – ja doch recht groß. Wer brennt Ihnen denn Ihre Arbeiten?

Benics: Das kann ich zum Glück im eigenen Brennofen machen.

Kleinod: Weil wir gerade bei handwerklichen Fragen sind. Ist die Entscheidung für den weißen Ton endgültig? Könnten Sie sich auch roten Ton für Ihre Sachen vorstellen?

Benics: Ja, klar. Ich würde gerne einmal mit schwarzem Ton arbeiten. Jetzt wollen Sie sicher noch wissen, ob ich eine Töpferscheibe habe? Nein, hab ich – noch – nicht, aber hätt´ ich gerne.

Kleinod: Ihre Technik ist demnach Aufbautechnik. Wie sind Sie da hineingewachsen?

Benics: Meine Lehrerin war die von mir wirklich sehr geschätzte Birgit Labor, die in Waldstetten ihr Atelier hat. Bei ihr ist aus meiner reinen Neugierde – „Wie geht denn das?“ – ein echtes Interesse geworden.

Kleinod: Frau Benics, wir bedanken uns sehr herzlich für dieses Gespräch.

Bildrechte: Susanne Hunger

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

© 2017 kleinod im radgässle

Thema von Anders Norén