Box des Monats – Katja Gatter

In unserer Rubrik „Box des Monats“ stellen wir Ihnen in lockerer Folge unsere AusstellerInnen näher vor.

Kleinod: Frau Gatter, ich weiß inzwischen, dass sie Rheinländerin sind, in Krefeld Design studiert haben und nun – nach einem Zwischenstopp in Stuttgart – in Schwäbisch Gmünd zuhause sind. Sie bezeichnen sich als „Wahlschwäbin“. Sind sie ihrer rheinischen Heimat untreu geworden?

Katja Gatter: Oh nein, keineswegs, aber das, was ich mit den Menschen hier erlebe, die Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft, all das ist schon etwas Besonderes. Vielleicht sollte ich „Wahl-Gmünderin“ sagen, nicht nur, weil hier meine Familie zuhause ist, sondern auch, weil ich hier im „Kleinod“ vertreten bin und hier viele Menschen wohnen, die Freude an meinen selbstgefertigten Sachen haben.

Kleinod: Was sind das für Sachen und woher nehmen sie die Ideen dazu?

Gatter: Tja, also da sind einerseits die Objekte, die ich aus vorhandenen Materialen zweckentfremde, die ich verändere, verarbeite und so umforme, dass sie mir entsprechen. Also Wäscheleinen, die ich verstricke, oder Spielzeug, das zu Kettenanhängern wird. Und dann die selbst gearbeiteten Stücke mit den manchmal ungewöhnlichen Kombinationen von Farbe und Material. Alles oft ein bisschen schräg, quietschebunt und manchmal auch provokativ. Dann wieder sehr brauchbare Alltagsgegenstände, Jacken zum Beispiel, oder Turnbeutel, Kissen und so weiter und so weiter… Schauen sie einfach mal die Bilder an, da sieht man alles ganz genau, bunt und bündig, farbig und froh.
[kleine Pause]
Ach, was mir auch wichtig ist: ich habe hohe Ansprüche an die Haltbarkeit und die Qualität der Sachen. Nichts nervt mich mehr, als ein Stoff, der seine Form verliert, oder eine Wolle, die schon nach der ersten Benutzung pillt. Klar, das bedeutet auf der anderen Seite einen sehr zeit- und arbeitsintensiven Prozess, so von der Entwicklung bis zum Versand, aber das muss sein.

Kleinod: Würden sie zustimmen, wenn ich ihren Objekten – um einen Begriff zu verwenden, mit dem ich der Vielfalt ihrer Arbeiten gerecht werden will – wenn ich ihren Arbeiten als ein weiteres gemeinsames Merkmal, neben der Nähe zu den Naturstoffen, neben der ökologischen Verpflichtung, ein „warmes Colorit“ zusprechen würde?

Gatter: Farbgestaltung ist eine sehr sensible Sache. Die kleinste Abweichung einer Farbnuance kann eine Komposition aus dem Gleichgewicht bringen. Daher kann ich gar nicht sagen, dass ich kalte Farben nicht mag. Die Kombination ist das Kunststück. Die Basis allerdings, da gebe ich Ihnen völlig Recht, bilden warme Farben. Wenn ich deutliche und harte Kontraste setze, ist das ja auch nicht unbedingt ein Widerspruch zur Wärme. Vielleicht ist es ganz aufschlussreich, wenn ich ihnen sage, dass ich meine Sachen immer auch, so zur Kontrolle, bei unterschiedlichem Licht ansehe. Es ist nämlich nicht egal, ob man eine Jacke, ein Kissen im Licht der Sonne oder im Licht einer LED-Leuchte anschaut.

Kleinod: In einem kleinen Vorgespräch zu unserem heutigen Gespräch haben sie sich gewünscht, möglichst viele Menschen mit ihren Arbeiten zu erreichen. Dem schließe ich mich sehr gerne an und wünschen ihnen und ihrer Marke „Paula Louida“ weiterhin gutes Gelingen. Danke für dieses Gespräch!

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

© 2017 kleinod im radgässle

Thema von Anders Norén